KBI-Bereich Passau-Land Nord in Kalteneck und Oberilzmühle
Am Samstag den 25. September fand im KBI-Bereich Passau-Land Nord eine Großübung im Rahmen der Feuerwehraktionswoche statt
Feuerwehren üben für Härtefälle
"Materialschlacht": 404 Wehrleute und 70 Rettungskräfte im Einsatz bei Kalteneck
Hutthurm (rem). Die freiwilligen Feuerwehren des nördlichen Landkreises Passau haben in Kalteneck eine Übung in gewaltigem Ausmaß abgehalten. In einer "Materialschlacht" übten die Helfer neben Brandbekämpfung auch die technische Hilfeleistung und Verletztenbetreuung.
Beinahe im ganzen nördlichen Landkreis Passau heulten die Feuerwehrsirenen. Grund dafür war glücklicherweise keine Katastrophe, sondern nur eine Übung für die Hilfskräfte. Bei der im Rahmen der Feuerwehraktionswoche veranstalteten Großübung übten über 400 Helfer aus Feuerwehr und Rettungsdienst den Ernstfall. Als Übungsobjekt diente dabei die Leistenfabrik Spagl in Kalteneck.
Gemäß Übungsplanung wurde gegen 14.00 Uhr bei der Alarm- und Einsatzzentrale der Feuerwehr ein Brand mit starker Rauchentwicklung in der Leistenfabrik gemeldet. Daraufhin rückten die Feuerwehren München, Prag, Hutthurm und Büchl gemäß Alarmplanung aus. Nach dem Eintreffen der Ortsfeuerwehr München entschloss sich Einsatzleiter Heinz Vogl aufgrund der vorgefundenen Lage einen Großbrand auszulösen.
Dadurch wurden die Helfer aus Großthannensteig, Leoprechting und Hötzdorf ebenfalls an die Einsatzstelle gerufen. Dort wurden die Feuerwehrdienstleistenden von der Firmenleitung über mehrere vermisste Personen in dem mit Nebelmaschinen verrauchten Gebäude informiert. In einem massiven Innenangriff mit Atemschutzgeräten wurde schließlich nach den realistisch geschminkten Übungsopfern gesucht und diese rasch aus dem "brennenden" Gebäude gerettet.
Anschließend wurden die angeblichen Verletzten vom Rettungsdienst übernommen und auf dem extra eingerichteten Verbandsplatz versorgt. Um den Übungsverlauf um eine weitere Schwierigkeit zu ergänzen, wurde angenommen, dass sich der Brand rasend schnell ausgebreitet hat. Dadurch wurde der Einsatz der Feuerwehren Rappenhof und Witzmannsberg erforderlich. Außerdem musste die Drehleiter der Feuerwehr Grubweg zur Brandbekämpfung angefordert werden.
Nachdem neben dem Übungsobjekt ein Gleis der Deutschen Bundesbahn vorbeiführt, wird auch deren Notfallmanager verständigt und ist an der Einsatzstelle beratend tätig. Um der Übung eine besondere Note zu verleihen, wurde ferner angenommen, dass sich auf der Ilzbrücke neben dem Brandobjekt durch Schaulustige ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Gefahrgut-Lkw und mehreren eingeklemmten Personen ereignet hat. Dazu wurden die Einsatzkräfte aus Neukirchen vorm Wald und Büchlberg zur Personenbefreiung an die Einsatzstelle beordert. Diese befreiten die fünf Fahrzeuginsassen gekonnt unter den kritischen Augen vieler Übungszuschauer. Die Feuerwehr Fürstenstein übernahm in der Zwischenzeit mit ihrer Spezialausrüstung die Abdichtung des Gefahrgut-Lkws. Da aber nach Übungsdarstellung nicht verhindert werden konnte, dass Heizöl in die Ilz gelangte, wurde am Stausee Oberilzmühle zu Trainingszwecken mit mehreren Booten eine Ölsperre des Landkreises errichtet und versucht das ausgetretene Öl zu binden. Dabei waren neben der Ortsfeuerwehr Oberilzmühle auch die Helfer aus Salzweg, Straßkirchen, Grubweg, Obernzell und Aunkirchen beteiligt. Dieser Übungsteil musste allerdings aufgrund zeitlicher Vorgaben aus dem chronologischen Ablauf herausgelöst werden und begann daher schon um zwei Stunden früher.
Zum Schluss des Einsatzes unterstand der örtlichen Einsatzleitung unter der Führung von KBI Alois Fischl 404 Helfer aus 22 Feuerwehren und 70 Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und des privaten Rettungsdienstes Stadler.
Um während der Übung wegen des hohen Material- und Personalbedarfs keine verwaisten Gebiete zu hinterlassen, wurden die übrigen Feuerwehren in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und zur Gebietsabsicherung flächendeckend verteilt. Natürlich überzeugten sich auch der stellvertretende Landrat Günter Kohl und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden von der Arbeit der Einsatzkräfte. "Die Bürgerinnen und Bürger unsres Landkreises können sich in jeder Situation auf die Feuerwehren und die Rettungsdienste verlassen", betonten der stellvertretende Landrat Günter Kohl und Bürgermeister Hermann Baumann übereinstimmend. "Übungen in dieser Größenordnung sind notwendig, um uns auf Großschadensereignisse besser vorbereiten zu können. Die gezeigte Leistungen von Feuerwehr und Rettungsdienst haben überzeugt", führten Kreisbrandrat Franz Silbereisen und Leitender Notarzt Dr. Erwin Ging bei der Abschlussbesprechung aus.



