08.03.2008
Electrovac für den Ernstfall gerüstet
Feuerwehrmänner aus Salzweg und Straßkirchen informieren sich in der Galvanik des Betriebs
Salzweg. Über vorbeugenden Brandschutz in der Galvanotechnik haben sich Feuerwehrleute aus Salzweg und Straßkirchen, Kreisbrandinspektor Alois Fischl und Kreisbrandrat Josef Ascher sowie Mitarbeiter im High-Tech-Unternehmen Electrovac informiert. Geleitet wurde die Veranstaltung von Dieter Lenzenhuber von der Fachfirma Enthone in Maulbronn.
Die Galvanik der Electrovac habe nicht unproblematische Stoffe zu verarbeiten, darunter Säuren und Laugen, Lösungsmittel und andere chemische Stoffe, informierte Umweltexperte Franz Schubert, seit 34 Jahren in der Electrovac mit Chemie beschäftigt. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren sei hier wichtig. Gefahrenabwehr sei nötig. Dies habe nicht zuletzt der Vorfall bei Galvano Bauer in Obernzell vor zwei Jahren gezeigt. Schubert erläuterte die Sicherheitsvorkehrungen in der Electrovac. Ziel des Workshops sei, Helfern Angst und Unsicherheit zu nehmen, aber Respekt vor der Galvanik zu vermitteln. Die Firma Electrovac gehe mit ihren Werkstoffen und Anlagen „akurat“ um, betonte Geschäftsführer Ingo Pfeil. Würde es in der Galvanik zu einem Brandfall kommen, könne ein Schaden von bis zu 4,5 Millionen Euro entstehen. Anliegen der gemeinsamen Fortbildung sei es, Einsatzkräfte und Helfer zu mobilisieren und zu sensibilisieren, sagte Pfeil. Die Galvanik sei eine wichtige Einrichtung des Betriebs. Viele Produkte, zum Beispiel Airbag-Zünder, benötigten eine Oberflächenbehandlung mit Gold oder Nickel, um Rostschäden zu vermeiden. Es gehöre zur Vision der international agierenden Electrovac, Leben zu sichern, zu schützen und im Katastrophenfall zu retten, unterstrich Pfeil. Diesen „Auftrag“ gebe das Unternehmen seinen Produkten mit auf den Weg. Dieses habe nicht nur die Verpflichtung, seine 250 Mitarbeiter zu schützen, sondern auch die Umwelt und die Gemeinde Salzweg. Die Electrovac sei daher nach der höchsten Audit-Stufe zertifiziert. Sie sei auf den Ernstfall vorbereitet und pflege regelmäßige Kontakte zur Feuerwehr Salzweg. Das Unternehmen unterstütze die Wehr bei der Finanzierung der Ausrüstung. Auch die Beziehung zu den Behörden sei gut. Der Betrieb übermittle regelmäßig Umweltdaten, habe nichts zu verbergen. Die Electrovac sei einer der wichtigsten und größten Betriebe der Gemeinde, sagte Bürgermeister Horst Wipplinger. Sie sei auf dem Weg, Weltmarktführer in der Zündertechnik zu werden. Er betonte die Verantwortung des Werks, das sich mitten im Wohngebiet befindet. Sicherheit, regelmäßige Messungen und optimales Funktionieren der Galvanik seien daher äußerst wichtig. Er hob die Leistungen von Chemiker Schubert hervor, dem es in den letzten Jahren gelungen sei, viele Probleme zu lösen. So habe die Firma eigene Maschinen entwickelt, um Abwasserprobleme in den Griff zu bekommen. Der Gemeindechef betonte auch das Engagement der Feuerwehrmänner, die sich stets für den Ernstfall rüsteten.




