13.06.2010
125 Jahre Freiwillige Feuerwehr, ein ganz und gar unverzichtbarer Dienstag
Neues Einsatzfahrzeug LF 20/16 in Dienst gestellt – über 1000 Teilnehmer beim Festzug
Von Josef Heisl
Straßkirchen Mit einem unvergesslichen Fest feierte die Freiwillige Feuerwehr Straßkirchen ihre Gründung vor 125 Jahren. Über 1000 Teilnehmer bildeten einen rund 800 m langen Zug durch das festlich geschmückte Dorf. Die Wehr hatte aber auch einen weiteren Grund zur Freude, es wurde nämlich ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 20/16 geweiht und in Dienst gestellt.
Nach einem schwungvollen Abend mit Musikkabarett der renommierten „Wellküren“ waren die Straßkirchner so richtig auf das Feiern eingestimmt. Doch die Verantwortlichen bangten um das schöne Wetter, das sich plötzlich verzogen hatte. Trotz einiger Regentropfen konnte im beeindruckenden Ambiente des neu gestalteten Kirchenvorplatzes Scheibe die Totenehrung und die Verleihung der Ehrenzeichen durchgeführt werden. Schon dabei gab es höchstes Lob von kirchlicher Seite sowie von den Führungskräften und Landrat Franz Meyer. Meyer ließ es sich auch nicht nehmen, die Ehrenzeichen den verdienten Wehrmännern selbst anzustecken.
Geehrt wurden für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst in der Wehr Robert Grubmüller, Gerhard Friedl, Werner Matheis, Christian Nestler und Karl Wolf. Sie alle hätten sich darüber hinaus für den Verein verdient gemacht. Eine besondere Auszeichnung erfuhr Fahnenmutter Maria Waldbauer. 25 Jahre lang habe sie das soziale Gefüge und die Kameradschaft im Verein zusammen gehalten und ihren Dienst mit viel Herzblut versehen, betonte Laudator KBI Alois Fischl und überreichte die Feuerwehr-Ehrenbrosche des Kreisfeuerwehrverbandes, dem er vorsteht. Von der Nachbarwehr aus Oberilzmühle wurden zwei Urgesteine geehrt, die sich in 40 Jahren aktivem Dienst auch in Führungsfunktionen bewährt haben. So war Manfred Schenk 28 Jahre 2. Kommandant, führte 23 Jahre den Atemschutz und war auch als Ausbilder aktiv. Max Lorenz führte die Wehr 25 Jahre lang als 1. Kommandant und stellte sich als überörtlicher Ausbilder im Maschinenkurs und als Schiedsrichter zur Verfügung. Die Laudatoren waren in dieser Feierstunde Hermann Engl, Vorstand der FF Straßkirchen, und Helmut Lorenz, 1. Kommandant der FF Oberilzmühle.
Ganz offensichtlich unter die Haut ging den Anwesenden der Rückblick auf die toten Kameraden. Besonders gedacht wurde der Führungskräfte, die in den letzten 25 Jahren verstorben sind. Das waren Johann Girmindl, Josef Fürst, Josef Knon, Matthias Klinger, Alois Koller und Josef Meisinger, sowie Bürgermeister Georg Knon.
Landrat Franz Meyer, der trotz eines Anschlusstermins in der Landeshauptstadt gekommen war, bezeichnete die Feuerwehr als „früheste, lebendigste und mutigste Bürgerinitiative“. Die Feuerwehren seien die Samariter der heutigen Zeit, sie seien Menschen die zupacken und helfen. „Wir brauchen Ihren Mut, ihre Tatkraft, ihre Einsatz- und Hilfsbereitschaft“, schloss Meyer und dankte für die hervorragende Jugendarbeit. Pfarrer BGR Arpad Szabo weihte anschließend das neue Einsatzfahrzeug LF 20/16 der Jubelwehr. „Das Fahrzeug soll dabei helfen, die zerstörerische Gewalt des Feuers zu bändigen“, betonte der Pfarrer und rief auch den Segen auf die herab, die mit dem Fahrzeug zum Helfen unterwegs sein werden.
Bürgermeister Horst Wipplinger wies auf die Herausforderungen durch neu angesiedelte Betriebe hin. Damit müsse auch die Ausrüstung Schritt halten. Kommandant KBM Josef Thoma stellte das LF 20/16 kurz vor und schilderte die Geschichte der Beschaffung, die nicht so ganz ohne Haken beim Hersteller abging. 240 000 € habe das Einsatzfahrzeug gekostet, Bezirk, Landkreisreis und die Wehr hätten Zuschüsse gegeben, der Hauptanteil sei aber durch die Gemeinde geleistet worden, weshalb er sich beim Gemeinderat und dem Bürgermeister ausdrücklich bedankte. Das Fahrzeug entspreche genau den Wünschen der Einsatzkräfte und füge sich bestens in den Fahrzeugbestand der drei Gemeindewehren ein, von denen Straßkirchen den Schwerpunkt „löschen“ abdecke.
Am Sonntag stand dann der Festgottesdienst auf dem Sportplatz, musikalisch umrahmt von der Feuerwehrkapelle Hötzdorf, im Mittelpunkt. Über 50 Fahnenabordnungen und die Goldhaubenfrauen boten ein buntes Bild. Weit über 1000 Menschen waren dabei, als Pfarrer Arpad Szabo in seiner bemerkenswerten Predigt auf die Risiken des Feuerwehrdienstes einging und das hohe Ansehen des Feuerwehrdienstes beim Bürger ansprach. „Es ist ein ganz und gar unverzichtbarer Dienst“, schloss der Bischöflich Geistliche Rat.
Kommandant Josef Thoma begrüßte unter den vielen Führungskräften besonders den weitgereistesten Gast, Feuerwehrleutnant Nikos Tzimas aus Griechenland und die Freinberger Wehr aus Österreich. Vizelandrat Josef Federhofer lobte die gewaltige Leistung der Jubelwehr, die in den 125 Jahren erbracht wurde. Schirmherr Horst Wipplinger erinnerte an die Vielen, welche die Feuerwehrarbeit über die Jahrzehnte mitgeprägt haben. Die Nachwuchsarbeit der Wehr sei vorbildlich. KBR Josef Ascher wünschte weiterhin viel Einsatzerfolg, lobte die Jugendarbeit und bat, dass alle so weitermachen sollten. Eindrucksvoll war der Auftritt der Fahnenmutter Maria Waldbauer. Sie bezeichnete die Fahne als Symbol des Zusammenhaltes und der Hilfsbereitschaft. In einer launigen Rede wies der Kommandant der Patenwehr aus Salzweg, Rupert Weidinger, auf die Anfänge des Feuerwehrwesens in der Gemeinde hin. „Mit den Straßkirchnern haben wir ein unbandig guat’s Zamarbeiten“, schloss Weidinger seinen heiteren Redebeitrag.
Anschließend zog ein über 800 m langer Festzug mit vier Musikkapellen durch den Ort. Viele Zuschauer standen an der Zugstrecke und applaudierten ihren Vereinen sowie den schmissigen Klängen der Feuerwehrkapelle Hötzdorf, der Trachtenkapelle Straßkirchen, der Blaskapelle St. Rupert aus Salzweg und der Büchlberger Blaskapelle. Im Festzelt endeten dann drei, nicht nur für die Feuerwehren, unvergessliche Tage.
12.06.2010
Weg des Festzuges beim Feuerwehrfest
von Josef Heisl
Straßkirchen Beim 125-jährigen Jubiläumsfest bewegen sich morgen Sonntag zwei Festzüge durch den Ort. Der Kirchzug beginnt um 09.30 Uhr am Sportgelände und bewegt sich über den Koglring, die Bayerwaldstraße, vorbei am Gutsbräu und der Turnhalle wieder zum Sportgelände zurück, wo ab 10 Uhr ein Feldgottesdienst stattfindet. Im Anschluss daran stellen sich die vielen Feuerwehren und Vereine mit den Musikkapellen zum Großen Festzug durch den Ort auf. Der Weg führt Richtung Turnhalle, Bayerwaldstraße, die Frankldorfer Straße bis zum Bauernhof Holler. Dort wendet der Zug, geht über die Frankldorfer Straße und den Koglring wieder zurück zum Sportgelände wo mit einem Mittagessen und einem gemütlichen Beisammensein das Jubiläumsfest ausklingt. Die FF Straßkirchen bittet um rege Teilnahme, um Beflaggung der Häuser und um Freihalten der Zugwege von geparkten Fahrzeugen. Der Festakt mit Totenehrung, Ehrenzeichenverleihung und Fahrzeugweihe heute Samstag beginnt um 19 Uhr auf der Scheibe, Aufstellung ist um 18.30 Uhr beim Feuerwehrhaus.
11.06.2010
Freiwillige Feuerwehr Straßkirchen feiert 125-jähriges Gründungsjubiläum - Buntes Programm vom 11. bis 13. Juni – am Freitag kommen die „Wellküren“ ins Festzelt auf dem Sportgelände
von Josef Heisl
Straßkirchen Die FF Straßkirchen kann auf eine wechselvolle Geschichte mit 125 Jahren Dienst am Nächsten zurückblicken. Als am 4. Oktober 1885 vierundvierzig Männer, an der Spitze der Brauerei- und Gutsbesitzer Carl Hellmannsberger, die Wehr gründeten befand man sich in guter Gesellschaft. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden nämlich in der Region viele Wehren gegründet. Generationen von Feuerwehrleuten und vor allem Führungskräften sorgten dafür, dass die Feuerwehr zwei Weltkriege überdauerte und heute ganz exzellent da steht.
Mit einer Jugendgruppe von 20 Mädel und Burschen ist auch für die nähere Zukunft bestens vorgesorgt. Auch technisch steht die Wehr hervorragend da. Man ist sowohl für technische Hilfeleistungen als auch für Brände gerüstet. Ein neues Löschfahrzeug LF 20/16, das im Zuge des Festes geweiht und in Dienstgestellt wird, ersetzt das bisherige in die Jahre gekommene Tanklöschfahrzeug.
Die Geschichte des Feuerlöschwesens und insbesondere der FF Straßkirchen wurde in einer umfangreichen Festschrift dokumentiert. Diese beinhaltet neben vielen interessanten Bildern auch die Geschichte von Straßkirchen in Kurzform. Das Büchlein kann für 3 Euro bei der FF Straßkirchen und bei allen Festveranstaltungen gekauft werden.
Für das dreitägige Fest haben sich die Verantwortlichen einen echten Kracher geangelt. Am Freitag kommen ab 20 Uhr erstmals die „Wellküren“ nach Straßkirchen. Die Töchter aus der berühmten Musik- und Kabarettfamilie Well, die Burschen treten unter dem Markennamen „Biermösl Blosn“ auf, bringen Musikkabarett vom Feinsten. Wer also fetzigen Humor, hintergründige Texte und flotte Musik liebt, für den sind die von Funk und Fernsehen bekannten drei Damen mit ihrem Programm „Beste Schwestern“ die richtige Adresse.
Mit dem traditionellen Preisschafkopfen der Jungen Union Salzweg/Straßkirchen beginnt der Samstag. Um 12 Uhr ist Einschreibung, ab 13 Uhr wird gespielt. Um 19 Uhr wird es auf der „Scheibe“ vor der Kirche feierlich. In einem Festakt wird der Toten gedacht, Ehrenzeichen werden vergeben und das neue LF 20/16 wird geweiht. Anschließend ist Festzeltbetrieb mit der Trachtenkapelle Straßkirchen.
Der Sonntag steht ganz im Zeichen eines Festgottesdienstes mit anschließendem Festzug aller Feuerwehren und Ortsvereine. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst auf dem Rasensportplatz, gegen 11.30 Uhr stellen sich die Teilnehmer am Festzug auf, der anschließend durch Straßkirchen zieht. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Festzelt klingen die Jubiläumstage mit der Festkapelle gemütlich aus.




