03.03.2004

Fünf Damen starten Feuerwehrkarriere

Straßkirchen (sl). Die Feuerwehr Straßkirchen hat Nachwuchs bekommen. Fünf junge Damen haben die Ausbildung mit den ersten Theorieeinheiten begonnen. Und sie haben sich fest vorgenommen, einmal im Einsatzgeschehen ihre „Frau zu stehen“.
„Am Beginn der Feuerwehrlaufbahn steht die trockene Theorie,“ sagte Kreisjugendwart Robert Anzenberger aus Sandbach zu Beginn. Aber mit der Ankündigung, dass dann viel Praxis folge, machte er den fünf Mädchen und einem jungen Mann Appetit auf mehr. Im Beisein der gesamten Führungsmannschaft der einheimischen Wehr gab Anzenberger zunächst einen Überblick vom Ledereimer und den Eimerketten über die Einsatzkutschen bis zu den heutigen Tanklöschfahrzeugen. „Die ältesten Wehren sind bei uns so um die 150 Jahre alt und Freiwilligkeit war stets die Grundlage,“ erklärte er. Heute gebe es modernstes Gerät wie Rettungsspreizer und –schere, Atem- und Chemieschutz oder Fahrzeuge für Gefahrgut und Ölschaden, Drehleitern, Rüstwägen und Tanklöschfahrzeuge, um nur einiges zu nennen. Trotz mancher Kritik erweise sich immer noch die Freiwillige Feuerwehr als die preiswerteste Lösung.340 000 Männer und Frauen würden in Deutschland, 10 000 im Landkreis ihren Dienst tun. „Wir haben mittlerweile im Kreis rund 1650 Jungfeuerwehrleute“, bemerkte Anzenberger stolz, ehe er auf die Arten der Wehren und deren Aufgaben einging. Neben dem Brandeinsatz werde vermehrt zu Unglücksfällen oder Notstandslagen ausgerückt.
Bei der Gegenüberstellung von Rechten und Pflichten entwickelte sich eine rege Diskussion, waren doch auch einige aktive Jungwehrler anwesend. So könne ab 16 Jahren jeder den Vorstand mitwählen, ab 18 Jahren den Kommandanten. Mit 21 Jahren könne man sich selbst zur Wahl stellen. Berufliche Freistellung mit Lohnfortzahlung bei Einsätzen, Verpflegung und Ersatz von Sach- und Personenschäden gewährleiste die Gemeinde als Träger, auch das Recht auf Ausrüstung und Ausbildung. Dafür müssten die Aktiven an Einsätzen, der Ausbildung, den Sicherheitswachen und Bereitschaftsdiensten teilnehmen, die Weisungen der Vorgesetzten, die Dienstvorschriften und Satzungen beachten sowie die Dienst- und Schutzkleidung tragen.
Anzenberger erklärte, dass noch immer Interessierte in die Ausbildung einsteigen könnten.